Teures Fitting gemacht und trotzdem unsicher? Welchen Golfschläger nehme ich bei welcher Distanz?
Trotz professionellem Fitting unsicher bei der Schlägerwahl? Erfahre, warum Distanztabellen nur Richtwerte sind, wie Gefühl und Vertrauen entscheiden – und wie du wirklich sicher wählst.
Teures Fitting gemacht und trotzdem unsicher? So findest du den richtigen Schläger bei jeder Distanz
Teures Fitting gemacht und trotzdem unsicher?
Welchen Golfschläger nehme ich bei welcher Distanz?
Der Schläger ist gefittet.
Die Länge passt.
Der Loft stimmt.
Und dann stehst du auf dem Platz, schaust zur Fahne, schaust auf dein Bag und plötzlich ist sie da, diese Frage:
Welchen Schläger nehme ich jetzt eigentlich bei dieser Distanz?
Wenn du dich hier wieder erkennst: Du bist nicht allein.
Ganz im Gegenteil. Dieses Gefühl kennen mehr Golfer:innen, als man denkt, auch nach einem teuren und professionellen Fitting.
Erstmal das Wichtigste vorweg: Golf ist kein Taschenrechner
Auch wenn wir es manchmal gerne hätten:
Golf funktioniert nicht nach festen Formeln.
Es gibt keine starren Vorgaben, welcher Schläger bei welcher Distanz immer richtig ist.
Golf ist kein Mathetest.
Golf ist Gefühl, Erfahrung, Vertrauen und manchmal auch Mut.
Ein Fitting gibt dir das passende Werkzeug.
Aber spielen lernen musst du selbst.
Grobe Richtwerte, eine Orientierung, kein Gesetz
Gerade für Anfänger:innen helfen grobe Distanztabellen, um ein Gefühl zu entwickeln.
Wichtig: Das sind Carry-Distanzen, also die reine Flugweite, ohne Rollen.
Richtwerte für Anfänger (Rechtshänder, Durchschnitt, individuell verschieden):
• Pitching Wedge (PW): ca. 70–90 m
• 9er Eisen: ca. 85–105 m
• 8er Eisen: ca. 95–115 m
• 7er Eisen: ca. 105–130 m
• 6er Eisen: ca. 115–145 m
• 5er Eisen / Hybrid: ca. 130–160 m
• Holz 5: ca. 150–180 m
• Holz 3 / Driver: ab ca. 180 m +
Diese Zahlen sind Richtwerte, keine Pflichtzahlen.
Wenn dein 7er Eisen nur 110 Meter fliegt, ist das völlig okay.
Warum die Distanz auf dem Platz selten „sauber“ ist
Auf der Range ist alles plan, ruhig und berechenbar.
Auf dem Platz? Willkommen in der Realität.
Plötzlich spielen ganz andere Faktoren eine Rolle:
Wind: Gegenwind frisst Meter, Rückenwind schenkt welche
Hanglage: bergauf brauchst du mehr Schläger, bergab weniger
Balllage: Fairway, Rough, nasser Boden
Temperatur: kalte Luft = weniger Weite
Dein Kopf: Vertrauen oder Zweifel entscheiden mit
Und genau deshalb ist eine Tabelle immer nur ein Startpunkt – nie die Wahrheit.
Gefühl schlägt Zahl, immer
Viele Golfer:innen machen den gleichen Fehler:
Sie erzwingen eine Distanz, weil „das Eisen doch laut Tabelle passen müsste“.
Doch Golf belohnt etwas anderes:
Lieber einen Schläger mehr nehmen.
Locker schwingen statt verkrampft drücken.
Halbe oder dreiviertel Schwünge sind völlig okay.
Ein kontrollierter Schlag mit einem Eisen mehr ist fast immer besser als ein gezogener Schlag mit Gewalt.
Das Fitting war nicht umsonst, im Gegenteil
Ein Fitting sorgt dafür, dass:
• dein Schläger zu deinem Körper passt
• dein Schwung unterstützt wird
• Streuung reduziert wird
Aber:
Ein Fitting nimmt dir nicht die Entscheidung auf dem Platz ab.
Dein Spielgefühl entsteht durch Übung, nicht durch Zahlen.
Erst durch Runden, Fehler, Erfolgsmomente und Wiederholungen wächst dein Vertrauen.
Jetzt bist du dran
Wie triffst du deine Schlägerwahl?
• Spielst du strikt nach Distanztabelle?
• Oder gehst du mehr nach Gefühl?
• Hast du nach dem Fitting eher Sicherheit gewonnen oder neue Unsicherheit?
Es gibt kein richtig oder falsch.
Es gibt nur deinen Weg.
Fazit: Welchen Golfschläger bei welcher Distanz?
Die ehrliche Antwort lautet:
Den, dem du in diesem Moment vertraust.
Distanztabellen helfen.
Fittings sind wertvoll.
Aber Golf bleibt ein Gefühlssport.
Lerne deine Schläger kennen.
Spiele bewusst.
Und erlaube dir, nicht perfekt zu sein.
Denn am Ende gilt:
Golf verstehen ist wichtiger, als Golf auszurechnen.
Speicher dir diese Richtwerte für die nächste Runde
Golfer Werden: Golf verstehen, nicht nur spielen
Mehr zum Thema Schläger & Ausrüstung findest du in unserem Artikel Golf Einsteiger Equipment.
