Entscheidungswege zwischen Heimatclub und Fernmodell

Nach bestandener Platzreife stellt sich für viele Golfer die Frage, wie ihr nächster Schritt in die feste Struktur unseres Sports aussehen kann. Hier stehen vor allem die klassische Mitgliedschaft im Heimatclub und verschiedene Fernmodelle zur Wahl, die sich sowohl in Kosten, Rechten als auch in den Spielmöglichkeiten zum Teil sehr unterscheiden.

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Entscheidungswege zwischen Heimatclub und Fernmodell

Nach bestandener Platzreife stellt sich für viele Golfer die Frage, wie ihr nächster Schritt in die feste Struktur unseres Sports aussehen kann. Hier stehen vor allem die klassische Mitgliedschaft im Heimatclub und verschiedene Fernmodelle zur Wahl, die sich sowohl in Kosten, Rechten als auch in den Spielmöglichkeiten zum Teil sehr unterscheiden.

Platzreifekurs als Grundlage für den Einstieg

Die Platzreife, nach den Richtlinien des Deutschen Golf Verbandes, ist die Eintrittskarte in den organisierten Spielbetrieb. Sie soll belegen, dass die Spieler und Spielerinnen die Regeln, die Etikette und die Grundzüge der Technik kennen und sich sicher auf dem Platz bewegen können.
Ein DGV-Platzreifekurs besteht in der Regel aus drei Bausteinen:

  • Theorie: Multiple-Choice-Test mit Fragen zu Golfregeln und Etikette, in der Regel 30 Fragen mit genau bestimmten zulässigen Fehlertoleranzen
  • Demonstrationsloch oder Platzbegehung: Erläuterung von Sicherheit, Rücksichtnahme und Spielfluss direkt auf dem Platz
  • Prüfung: Das Spiel über 9 Löcher wird nach den 6 besten Löchern gewertet (im Schnitt muss Netto-Par erreicht werden)

Das spielerische Niveau liegt also leicht über einem fiktiven Hcp von 54, da 3 der 9 Löcher gestrichen werden dürfen. Mit bestandenem Kurs erhalten Golfer ihr Platzreifezertifikat, das von vielen Clubs als Grundlage für die Aufnahme und die Vergabe eines offiziellen Handicaps akzeptiert wird.

Heimatclub: feste Basis mit vollem Spielrecht

Der Heimatclub ist für viele Golfer der zentrale Punkt, an dem Training, Runden und Clubleben zusammenlaufen. Eine Vollmitgliedschaft gewährt in der Regel ein uneingeschränktes Spielrecht auf der Anlage und verankert das Mitglied in einer lokalen Gemeinschaft.
Typische Vorzüge einer klassischen Clubmitgliedschaft:

  • Unbegrenztes Spielrecht auf dem Platz des Heimatclubs ohne zusätzliches Greenfee, es sei denn, Gasttarife, Turniere usw.
  • Ausstellung eines DGV-Ausweises mit eingetragenem Heimatclub und Handicap, das nach den Vorgaben des DGV verwaltet wird
  • Zugang zu Clubturnieren, Mannschaftswettbewerben und häufig auch Stimmrecht bei Mitgliederversammlungen

Zusammen setzen sich die Kosten aus dem jährlichen Beitrag, eventuell einmaliger Aufnahmegebühr und Umlagen. Marktübersichten zeigen, dass Jahresbeiträge stark schwanken. Sie liegen je nach Lage, Platzbeschaffenheit und Leistungsumfang des Clubs zwischen wenigen Hundert und mehr als Tausend Euro. Wer mehrere Male im Monat spielt und das Clubleben in Anspruch nehmen will, nutzt meist das Angebot seines Heimatclubs gut aus.

Golf Fernmitgliedschaft: die flexible Alternative mit DGV-Ausweis

Eine Golf Fernmitgliedschaft ist eine andere Form der Clubbindung. Sie richtet sich an Golfer, die zwar ein offizielles Handicap und einen DGV-Ausweis benötigen, aber keinen regelmäßigen Gebrauch von einem bestimmten Heimatplatz machen.
Wichtige Merkmale einer Fernmitgliedschaft:

  • Mitglieder in einem ordentlichen Golfclub, häufig mit einer Mindestentfernung vom Wohnort von 100 bis 200 km
  • Ausstellung des DGV-Ausweises
  • Spiel auf der Anlage des Fernclubs meist gegen Greenfee

Es erfolgt die Ausstellung eines DGV-Ausweises mit Handicapführung wie gewöhnlich. In vielen Modellen ist die Kennzeichnung auf der Karte für Fernmitglieder nicht gesondert ausgewiesen. Einige Anbieter haben aber eigene Kennzeichnungen, um verschiedene Greenfee-Regelungen zu ermöglichen.
Üblicherweise spielt man auf der Anlage des Fernclubs gegen Greenfee, das volle kostenlose Spielrecht ist im Unterschied zur Vollmitgliedschaft nicht im Jahresbeitrag enthalten. Teilweise können Kontingente angeboten werden, etwa ein oder zwei Greenfees pro Jahr oder ermäßigte Tarife, die Bedingungen variieren jedoch von Club zu Club.
Die jährlichen Kosten für eine Fernmitgliedschaft liegen in der Regel deutlich unter denen einer Vollmitgliedschaft und bewegen sich nach Marktübersichten häufig im mittleren dreistelligen Bereich. Im Gegenzug dazu sind die Mitbestimmungsrechte evtl. eingeschränkt, etwa in vereinsinternen Fragen, betreffend bestimmter Veranstaltungen oder Mannschaftsformaten, da viele Clubs diese Rollen vorwiegend für Vollmitglieder vorsehen.

Kriterien zur Wahl des passenden Modells

Die Entscheidung, ob der Heimatclub oder das Fernmodell eher in Frage kommt, kann gezielt an den individuellen Spielprofilen ausgerichtet werden. Ein zentrales Kriterium ist die erwartete Spielhäufigkeit. Wer jede Woche oder mehrmals im Monat auf demselben Platz spielen möchte, für den ist eine Vollmitgliedschaft besser. Er spart dann die zusätzlichen Greenfees und kann auch die Trainingsstrukturen vor Ort kontinuierlich nutzen.
Wer dagegen nur ein paar Mal im Jahr eine Runde spielt oder sich regelmäßig auch andere Anlagen ansehen will, der kann mit der Kombination aus günstiger Fernmitgliedschaft und gezahlten Greenfees vor Ort wirtschaftlich besser fahren. Die Fernmitgliedschaft dient dann in erster Linie der Handicapverwaltung und der Möglichkeit, mit DGV-Ausweis an vielen Plätzen zu spielen.
Ein anderes Kriterium ist das Clubleben und die Gemeinschaft. Heimatclubs bieten häufig feste Spielgruppen, Mannschaften, Clubreisen und Veranstaltungen. Wer diesen sozialen Rahmen schätzt, kann dort in aller Regel besser aufgehoben sein als in einer rein funktional genutzten Fernmitgliedschaft. Für Golfer mit stark verteilten Spielorten oder sehr hoher Reisetätigkeit steht jedoch die Flexibilität im Vordergrund, bei der die Fernmodelle ihre Stärken ausspielen können.

Blick auf Standards und Prüfungsstruktur

Für beide Wege bildet die Platzreife einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Die jeweiligen Prüfungsanforderungen des Deutschen Golf Verbandes bestimmen, wie Theorie, Demonstrationsloch und praktische Runde beschaffen sein müssen und welches Leistungsniveau das Minimum darstellen soll.
Die Theorie erfolgt in der Regel als Multiple-Choice-Prüfungen mit Fragen zu Golfregeln, Etikette und Situationen auf dem Platz. Hier wird geprüft, ob Spielende die allgemeinen Begriffe, Strafsituationen und Verhaltensweisen auf dem Platz, beispielsweise auf dem Grün oder im Bunker, verlässlich anwenden können. Häufig wird ein Demonstrationsloch gewählt, auf dem unter Anleitung gezeigt wird, wie sich ein ordentliches und sicheres Spiel auf der Bahn gestaltet.
Die praktische Prüfung erfolgt über neun Löcher auf einem Platz mit gültigem Course Rating. Gewertet werden die sechs besten Löcher, auf denen im Durchschnitt das Netto-Par erreicht werden muss. Netto-Par ist das Ergebnis, das nach Abzug der auf dem Loch anfallenden Handicap-Schläge dem Par des Lochs entspricht. Die Vorgabenschläge werden dabei wieder aus einem fiktiven Handicap-Index von 54 in ein Course Handicap übersetzt. Durch das Streichen von drei Bahnen, auf denen ein Ergebnis von Netto-Doppelbogey oder schlechter erzielt wurde, liegt das Leistungsniveau erst ganz knapp über Handicap 54. Das Course Rating des Platzes sorgt dafür, dass die Anforderungen auf unterschiedlich schweren Plätzen vergleichbar bleibt, denn der CR-Wert beschreibt die Spielschwierigkeit eines Platzes im Vergleich zu einem Standardplatz.

Gedanken zu den Möglichkeiten nach der Platzreife

Von der Platzreife zur passenden Mitgliedschaft ist der Weg vom Kurs in den Spielbetrieb. Wer Spielhäufigkeit, Budget, Bindung an einen Platz und sportliche Ziele untereinander abwägt, findet zwischen Heimatclub und Fernmodell eine Lösung, die die eigenen Erwartung längerfristig trägt. Beide Modelle haben ihre Stärken, die je nach Lebenssituation und Spielverhalten unterschiedlich ins Gewicht fallen. Wer sich bewusst für die eine oder andere Möglichkeit entscheidet, kann dafür sorgen, dass der Golfstart nicht am Ende des Platzreifekurses stecken bleibt, sondern sich zu einer stabilen und zu seiner Lebenssituation passenden Golfpraxis entwickelt.

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