Wann haben wir eigentlich aufgehört, einfach nur Spaß zu haben?
Neulich habe ich Kinder auf dem Golfplatz beobachtet.
Sie haben gelacht. Sie sind über den Platz gerannt. Ein Ball landete im Bunker, na und? Der nächste Schlag wurde einfach wieder ausprobiert.
Kein Fluchen.
Kein ständiges Analysieren.
Kein Ärgern.
Und genau in diesem Moment dachte ich mir:
Wann verlieren wir Erwachsenen eigentlich diese Leichtigkeit?
Jeder Schlag muss perfekt sein
Wenn ich mich auf einer Driving Range umschaue, sehe ich oft Erwachsene, die sich nach jedem schlechten Ball ärgern.
Der Schläger wird geschüttelt.
Der Kopf gesenkt.
Der nächste Schlag beginnt schon mit Frust.
Ich kenne das auch von mir.
Man trainiert so viel, möchte besser werden und setzt sich selbst unglaublich unter Druck.
Kinder machen das nicht.
Sie schlagen den Ball.
Lachen.
Und versuchen es einfach noch einmal.
Fehler gehören dazu
Ich glaube, genau deshalb lernen Kinder oft so schnell.
Sie haben keine Angst davor, etwas falsch zu machen.
Ein Topper?
Egal.
Ein Socket?
Passiert.
Der Ball fliegt nur zehn Meter?
Dann eben der nächste.
Während wir Erwachsenen manchmal noch fünf Löcher später über einen schlechten Schlag nachdenken, haben Kinder ihn längst vergessen.
Golf ist kein Kampf
Je länger ich Golf spiele, desto mehr merke ich:
Golf ist kein Kampf gegen andere.
Eigentlich spielen wir nur gegen uns selbst.
Und trotzdem machen wir uns das Leben oft schwerer, als es sein müsste.
Kinder zeigen uns, worum es eigentlich geht.
Draußen sein.
Zeit miteinander verbringen.
Lernen.
Spaß haben.
Kleine Fortschritte feiern
Kinder freuen sich über Dinge, die wir oft gar nicht mehr wahrnehmen.
Der erste Ball, der in die Luft geht.
Der erste Putt, der fällt.
Ein Schlag, der plötzlich richtig gut gelingt.
Wir Erwachsenen hingegen sehen häufig nur das, was noch nicht funktioniert.
Dabei vergessen wir manchmal, wie weit wir eigentlich schon gekommen sind.
Genau deshalb liebe ich Golf
Golf ist einer der wenigen Sportarten, bei denen Menschen jeden Alters gemeinsam spielen können.
Kinder, Eltern und Großeltern stehen auf demselben Platz.
Jeder lernt etwas.
Und manchmal sind es eben nicht die Erwachsenen, die den Kindern etwas beibringen.
Sondern die Kinder erinnern uns daran, warum wir diesen Sport überhaupt lieben.
Mein Fairway-Tipp
Wenn du das nächste Mal auf dem Golfplatz bist und ein Schlag nicht gelingt, dann beobachte doch einmal ein Kind auf der Driving Range.
Du wirst wahrscheinlich sehen, wie schnell es den Ball wieder aufteet, lächelt und einfach weiterspielt.
Vielleicht sollten wir Erwachsenen genau das wieder lernen.
Nicht jeder Schlag muss perfekt sein.
Nicht jede Runde muss Bestleistung sein.
Denn am Ende spielen wir Golf doch aus einem ganz einfachen Grund:
Weil es uns glücklich macht.
