“50 Bälle reichen völlig.”
Diesen Satz habe ich schon oft gehört.
Genauso wie: “300 Bälle? Das ist doch völlig übertrieben.”
Vielleicht.
Vielleicht aber auch nicht.
Denn genau das habe ich in den letzten Monaten gelernt:
Es gibt keinen Trainingsplan, der für jeden Golfer passt.
Jeder Golfer verfolgt andere Ziele
Nicht jeder möchte sein Handicap halbieren.
Nicht jeder träumt von langen Drives oder davon, Turniere zu gewinnen.
Viele möchten einfach entspannt mit Freunden Golf spielen und das ist genauso richtig.
Andere wiederum möchten ihren Golfschwung komplett verändern.
Und genau hier liegt für mich der große Unterschied.
Eine Schwungumstellung braucht Wiederholungen
Als ich meinen Golfschwung komplett umgestellt habe, war schnell klar:
Mit 50 oder 70 Bällen komme ich nicht weit.
Unter der Aufsicht meines Trainers habe ich am Anfang meist 150 bis 200 Bälle pro Training geschlagen.
Heute sind es an intensiven Trainingstagen teilweise sogar bis zu 300 Bälle.
Viele erklären mich dafür für verrückt.
Aber für mich funktioniert genau dieses Training.
Ich brauche diese Wiederholungen, um ein neues Bewegungsmuster wirklich zu verinnerlichen.
Qualität statt reine Ballzahl
Jetzt denken wahrscheinlich viele:
“Nach 300 Bällen schlägt man doch nur noch irgendwie.”
Genau das sollte nicht passieren.
Für mich steht die Qualität immer an erster Stelle.
Sobald ich merke, dass die Konzentration nachlässt oder ich nur noch Bälle schlage, um Bälle zu schlagen, mache ich eine Pause.
Denn Wiederholungen bringen nur dann etwas, wenn sie sauber ausgeführt werden.
Warum ich diese Intensität überhaupt schaffe
Ich glaube, ein Punkt wird dabei oft vergessen.
Ich trainiere nicht nur Golf.
Ich gehe fast täglich ins Fitnessstudio und komme aus dem Leistungstennis.
Mein Körper ist es gewohnt, viele Stunden zu trainieren, auch bei Hitze.
Deshalb kann ich diese Belastung gut verarbeiten.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder Golfer so trainieren sollte.
So sieht mein Trainingstag aus
Wenn ich einen intensiven Trainingstag habe, sieht er oft so aus:
- Ich wärme mich gründlich auf.
- Danach schlage ich etwa 150 Bälle auf der Driving Range.
- Anschließend trainiere ich Putten und das kurze Spiel.
- Danach geht es häufig noch einmal zurück auf die Range.
- Und wenn sich die Gelegenheit ergibt, spiele ich zum Abschluss noch neun Löcher auf dem Platz.
Vor einem Turnier sieht das übrigens ganz anders aus.
Dann reichen mir oft 50 bis 70 Bälle, um locker ins Gefühl zu kommen.
Dazu kommen Putten und das kurze Spiel.
Es geht dann nicht mehr darum, etwas zu verändern, sondern Vertrauen in den eigenen Schwung aufzubauen.
Auch Profis trainieren unterschiedlich
Viele Tour-Profis schlagen vor einer Turnierrunde keine riesigen Ballmengen.
Oft stehen 80 bis 150 Bälle auf dem Programm, ergänzt durch intensives Putt- und Kurzspieltraining.
An reinen Trainingstagen kann der Umfang deutlich größer sein.
Entscheidend ist immer das Trainingsziel.
Regeneration gehört zum Training
Was viele unterschätzen:
Nicht die Anzahl der Bälle macht dich besser.
Sondern das Zusammenspiel aus Training, Pausen und Regeneration.
Der Körper braucht Zeit, um neue Bewegungen zu speichern.
Manchmal ist ein freier Tag genauso wichtig wie eine intensive Einheit.
Mein Fairway-Tipp
Lass dir von niemandem sagen, wie viele Bälle du schlagen musst.
Die richtige Anzahl hängt von deinen Zielen, deinem Trainingszustand und deiner körperlichen Belastbarkeit ab.
Wenn du deinen Schwung grundlegend verändern möchtest, brauchst du oft mehr Wiederholungen als jemand, der nur sein Gefühl erhalten möchte.
Aber: Trainiere solche Umfänge niemals allein.
Suche dir einen erfahrenen Golfpro, der deine Technik beobachtet und rechtzeitig eingreift. Denn viele Wiederholungen helfen nur dann, wenn du die richtige Bewegung trainierst und nicht einen Fehler immer wieder festigst.
Fazit
Golftraining ist individuell.
Es gibt keine magische Zahl von 50, 100 oder 300 Bällen.
Entscheidend ist nicht, wie viele Bälle du schlägst, sondern warum du sie schlägst.
Finde deinen eigenen Weg, höre auf deinen Körper und trainiere mit einem klaren Ziel.
Denn genau dann wirst du Schritt für Schritt besser, unabhängig davon, wie viele Bälle am Ende des Tages in deinem Korb lagen.
