Früher dachte ich: Je besser das Handicap, desto besser der Golfer.
Als ich mit Golf angefangen habe, habe ich ständig auf die Handicaps anderer geschaut.
Hat jemand Handicap 10?
Dann dachte ich automatisch:
“Wow, der muss unglaublich gut spielen.”
Heute sehe ich das völlig anders.
Das Handicap erzählt nie die ganze Geschichte
Mit der Zeit habe ich viele unterschiedliche Golfer kennengelernt.
Manche spielen auf ihrem Heimatplatz unglaublich konstant, kennen jede Bahn und jedes Grün in- und auswendig. Das spiegelt sich oft auch im Handicap wider.
Andere spielen fast jedes Wochenende auf einem anderen Golfplatz. Sie müssen sich immer wieder auf neue Bedingungen einstellen, andere Grüns, andere Fairways, andere Längen und andere Herausforderungen.
Das macht Golf nicht einfacher.
Ein schönes Handicap bedeutet nicht automatisch einen schönen Golfschwung
Was mich besonders überrascht hat:
Ich habe Spieler mit einem niedrigen Handicap gesehen, deren Schwung gar nicht so elegant aussah.
Und ich habe Golfer mit einem deutlich höheren Handicap erlebt, die einen technisch sauberen, kraftvollen Schwung hatten, denen einfach noch die Konstanz oder die Turniererfahrung fehlte.
Golf ist so viel mehr als eine Zahl.
Hör auf, dich ständig zu vergleichen
Ich weiß noch, wie ich früher auf der Driving Range oft geschaut habe, wer weiter schlägt oder welches Handicap die anderen haben.
Heute interessiert mich das kaum noch.
Denn mein einziges Ziel ist es, besser zu werden als die Sandra von gestern.
Nicht besser als jemand anderes.
Golf ist eine Reise
Jeder hat einen anderen Weg.
Der eine spielt seit zwanzig Jahren.
Der andere trainiert dreimal pro Woche.
Der nächste hat schon als Kind Leistungssport gemacht.
Wie soll man das miteinander vergleichen?
Mein Fairway-Tipp
Lass dich nicht von einem Handicap einschüchtern.
Schau lieber darauf, was du heute besser machst als noch vor ein paar Wochen.
Jeder saubere Ballkontakt, jeder gelungene Putt und jede Runde, aus der du etwas lernst, bringt dich weiter.
Vergleiche dich nicht mit anderen.
Vergleiche dich nur mit deinem früheren Ich.
Fazit
Ein Handicap ist ein hilfreicher Wert im Turniergolf, aber es sagt längst nicht alles über einen Golfer aus.
Es verrät nichts über deinen Ehrgeiz, deine Technik, deinen Trainingsfleiß oder deine Leidenschaft für diesen Sport.
Deshalb möchte ich dir eines mitgeben:
Arbeite an deinem eigenen Spiel. Genieße deinen Weg. Und lass dich nicht von der Zahl auf der Scorekarte definieren. Denn am Ende zählt nicht, welches Handicap hinter deinem Namen steht, sondern wie viel Freude dir Golf macht.
